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Antragstipps · 05.05.2026 · 9 min read

Impact und Dissemination planen

Wie Sie einen überzeugenden Impact-Plan mit messbaren KPIs und Verbreitungsstrategie erstellen.

Einleitung: Warum Impact und Dissemination über Projekterfolg entscheiden

Bei der Beantragung von EU-Fördermitteln stehen viele Organisationen vor einer zentralen Herausforderung: Es reicht nicht mehr aus, ein exzellentes Projekt technisch zu beschreiben. Die Europäische Kommission fordert zunehmend einen überzeugenden Nachweis darüber, wie Ihr Projekt gesellschaftliche, wirtschaftliche oder wissenschaftliche Wirkung entfalten wird – und wie Sie diese Wirkung aktiv verbreiten werden.

Im Rahmen von Horizon Europe, dem mit knapp 95 Milliarden Euro ausgestatteten Forschungs- und Innovationsprogramm, ist der Impact-Nachweis zu einem entscheidenden Bewertungskriterium geworden. Gleiches gilt für Programme wie LIFE (Umwelt und Klima), Digital Europe oder das Binnenmarktprogramm. Projekte können technisch noch so brillant sein – fehlt ein durchdachter Plan für Impact und Dissemination, scheitern sie häufig in der Evaluierungsphase.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie einen professionellen Impact-Plan mit messbaren Leistungsindikatoren (KPIs) entwickeln und eine wirkungsvolle Verbreitungsstrategie aufbauen. Sie erhalten konkrete Werkzeuge, Beispiele und Checklisten, die Sie direkt in Ihrem nächsten Antrag anwenden können.

Impact verstehen: Die drei Wirkungsebenen der EU-Förderung

Bevor Sie einen Impact-Plan erstellen, müssen Sie verstehen, was die Europäische Kommission unter "Impact" versteht. Seit Horizon Europe unterscheidet die EU drei verschiedene Impact-Ebenen, die jeweils unterschiedliche Zeithorizonte und Reichweiten haben:

  • Scientific Impact: Welchen Beitrag leistet Ihr Projekt zur Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Wissens? Dies umfasst Publikationen in hochrangigen Journalen, neue Methoden, Patente oder die Etablierung neuer Forschungsrichtungen. Dieser Impact ist meist kurzfristig nachweisbar und für Forschungseinrichtungen besonders relevant.
  • Societal Impact: Wie verbessert Ihr Projekt das Leben der Bürgerinnen und Bürger? Hierzu gehören Aspekte wie Gesundheit, Bildung, Umweltschutz, soziale Inklusion oder kulturelle Teilhabe. Dieser Impact entwickelt sich mittel- bis langfristig und ist für Projekte mit gesellschaftlichem Fokus zentral.
  • Economic/Technological Impact: Welchen wirtschaftlichen Nutzen oder technologischen Fortschritt generiert Ihr Projekt? Dazu zählen Markteinführungen, neue Geschäftsmodelle, Arbeitsplätze, Produktivitätssteigerungen oder Wettbewerbsvorteile. Für KMU und mittelständische Unternehmen ist dies oft die wichtigste Impact-Dimension.

Ein überzeugender Impact-Plan adressiert alle drei Ebenen, setzt jedoch unterschiedliche Schwerpunkte je nach Projektart. Ein Horizon Europe Projekt im Cluster "Gesundheit" wird beispielsweise den Societal Impact stärker betonen, während ein Digital Europe Projekt zur KI-Implementierung den Economic/Technological Impact priorisiert.

Praxisbeispiel: Ein deutsches KMU entwickelt im Rahmen von Horizon Europe eine innovative Sensortechnologie für die Früherkennung von Pflanzenkrankheiten. Der Scientific Impact liegt in der Weiterentwicklung von Machine-Learning-Algorithmen (3 geplante Peer-Review-Publikationen), der Societal Impact in der Reduktion von Pestiziden um 30% (messbar durch Feldversuche), und der Economic Impact in der geplanten Markteinführung in fünf EU-Ländern mit einem Umsatzpotenzial von 5 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren nach Projektende.

Messbare KPIs entwickeln: Von der Vision zur Kennzahl

Der häufigste Fehler bei Impact-Plänen ist die Verwendung vager Formulierungen wie "Das Projekt wird einen bedeutenden Beitrag leisten" oder "Wir erwarten großes Interesse". Die EU-Evaluatoren erwarten konkrete, messbare Indikatoren. Hier ist ein systematischer Ansatz zur Entwicklung überzeugender KPIs:

Schritt 1: Impact-Ziele spezifizieren
Beginnen Sie mit klar formulierten Impact-Zielen. Nutzen Sie die SMART-Kriterien: Spezifisch, Messbar, Erreichbar, Relevant, Terminiert. Statt "Verbesserung der Energieeffizienz" formulieren Sie: "Reduktion des Energieverbrauchs in mittelständischen Produktionsbetrieben um durchschnittlich 25% innerhalb von 18 Monaten nach Projektende".

Schritt 2: Quantitative und qualitative KPIs kombinieren
Entwickeln Sie für jedes Impact-Ziel sowohl quantitative als auch qualitative Indikatoren:

  • Quantitative KPIs: Anzahl der Publikationen, Patentanmeldungen, erreichte Personen, reduzierte CO2-Emissionen (in Tonnen), generierter Umsatz, geschaffene Arbeitsplätze, Anzahl der Nutzer/Downloads, Marktanteil
  • Qualitative KPIs: Stakeholder-Feedback, Fallstudien, Policy-Änderungen, Aufnahme in Standards oder Richtlinien, Medienresonanz, Reputation und Anerkennung

Schritt 3: Baseline und Zielwerte festlegen
Jeder KPI benötigt einen Ausgangswert (Baseline) und einen angestrebten Zielwert. Beispiel: "Baseline: Aktuell nutzen 12% der Zielgruppe digitale Planungstools. Zielwert: 45% der Zielgruppe (ca. 2.500 Unternehmen) nutzen das Tool 24 Monate nach Projektende."

Schritt 4: Messverfahren definieren
Beschreiben Sie, wie und wann Sie die KPIs messen werden. Nutzen Sie etablierte Methoden wie Umfragen, Webanalytics, Monitoring-Systeme, Marktanalysen oder Experteninterviews. Die Messverfahren müssen nachvollziehbar und wiederholbar sein.

Beispiel-KPI-Tabelle für ein LIFE-Projekt zur Kreislaufwirtschaft:

  • KPI 1 - Wissenschaftlicher Impact: Mindestens 8 Publikationen in Q1/Q2-Journalen bis Projektende
  • KPI 2 - Gesellschaftlicher Impact: 40% Reduktion der Abfallmenge in teilnehmenden Kommunen (gemessen durch Abfallstatistiken, Baseline: aktuelle Durchschnittswerte)
  • KPI 3 - Wirtschaftlicher Impact: 15 KMU übernehmen das entwickelte Kreislaufwirtschaftsmodell (dokumentiert durch Absichtserklärungen und Implementierungsberichte)
  • KPI 4 - Politischer Impact: Aufnahme von Projekterkenntnissen in mindestens 3 regionale/nationale Strategiepapiere
  • KPI 5 - Verbreitung: 5.000 erreichte Stakeholder durch Events, 50.000 Website-Besuche, 20 Medienberichte

Wichtig: Die EU fordert zunehmend auch die Berücksichtigung der EU-Mission-Ziele und des Green Deal. Stellen Sie dar, wie Ihre KPIs zu diesen übergeordneten Zielen beitragen.

Die Dissemination-Strategie: Zielgruppen identifizieren und ansprechen

Während Impact die Wirkung Ihres Projekts beschreibt, geht es bei Dissemination (Verbreitung) um die systematische Kommunikation der Projektergebnisse an definierte Zielgruppen. Eine professionelle Dissemination-Strategie basiert auf vier Kernfragen:

1. An wen? – Zielgruppenanalyse
Identifizieren Sie alle relevanten Stakeholder-Gruppen und priorisieren Sie diese. Typische Zielgruppen sind:

  • Wissenschaftliche Community (Forscher, akademische Institutionen)
  • Industrie und Wirtschaft (KMU, Großunternehmen, Branchenverbände)
  • Politik und Verwaltung (EU-Kommission, nationale/regionale Behörden, Regulierer)
  • Zivilgesellschaft (NGOs, Bürgerinitiativen, Endnutzer)
  • Medien (Fachmedien, allgemeine Presse, Online-Medien)
  • Bildungseinrichtungen (Schulen, Universitäten, Weiterbildungsträger)

Erstellen Sie für jede Zielgruppe ein Profil: Welche Interessen haben sie? Welche Sprache sprechen sie? Über welche Kanäle erreichen Sie sie am besten?

2. Was? – Botschaften anpassen
Entwickeln Sie zielgruppenspezifische Kernbotschaften. Ein Beispiel: Für ein Digital Europe Projekt zur Cybersecurity könnten die Botschaften lauten:

  • An KMU: "Schützen Sie Ihr Unternehmen mit kosteneffizienten, einfach zu implementierenden Sicherheitslösungen"
  • An die Wissenschaft: "Innovative KI-basierte Ansätze zur Erkennung von Zero-Day-Exploits"
  • An Politik: "Stärkung der europäischen digitalen Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit"

3. Wie? – Kanäle und Formate wählen
Nutzen Sie einen Multi-Channel-Ansatz mit verschiedenen Formaten:

  • Wissenschaftlich: Peer-Review-Publikationen, Konferenzbeiträge, Working Papers, Gastvorträge
  • Digital: Projekt-Website, Social Media (LinkedIn, Twitter/X, YouTube), Newsletter, Webinare, Podcasts
  • Events: Workshops, Demonstrations, Messen, Brokerage Events, Policy Briefings
  • Print/Media: Pressemitteilungen, Fachartikel, Broschüren, Infografiken, Videos
  • Netzwerke: Industrie-Cluster, EU-Plattformen, Thematische Netzwerke

4. Wann? – Zeitplanung entwickeln
Erstellen Sie einen detaillierten Dissemination-Zeitplan, der die gesamte Projektlaufzeit und die Zeit danach abdeckt. Planen Sie Meilensteine wie:

  • Monat 1-6: Website-Launch, Initial Stakeholder Mapping, erste Social-Media-Aktivitäten
  • Monat 6-18: Zwischenergebnisse präsentieren, Workshops durchführen, erste Publikationen
  • Monat 18-36: Hauptergebnisse verbreiten, Final Conference, Policy Briefs, Exploitation-Aktivitäten
  • Nach Projektende: Nachhaltigkeitsaktivitäten, Follow-up-Publikationen, Community-Pflege

Praxistipp: Die EU fordert zunehmend Open Science und Open Access. Planen Sie daher explizit ein, wie Sie Daten, Publikationen und Tools öffentlich zugänglich machen (z.B. über Zenodo, OpenAIRE oder projektspezifische Repositories). Dies erhöht die Sichtbarkeit und den Impact erheblich.

Exploitation: Vom Projektergebnis zur nachhaltigen Nutzung

Während Dissemination die Verbreitung von Wissen fokussiert, geht Exploitation einen Schritt weiter: Es beschreibt, wie die Projektergebnisse nach Projektende konkret genutzt und wirtschaftlich verwertet werden. Dieser Aspekt ist besonders für KMU und Unternehmen des Mittelstands zentral und wird in der EU-Förderung zunehmend bewertet.

Exploitation-Strategien für verschiedene Ergebnistypen:

  • Technologien/Produkte: Markteinführung, Lizenzierung, Spin-off-Gründung, Integration in bestehende Produktlinien. Beschreiben Sie den Business Case, Markteintrittsstrategien, IP-Management und Investitionsbedarfe.
  • Dienstleistungen/Methoden: Kommerzialisierung, Zertifizierung, Standardisierung, Schulungsangebote. Zeigen Sie auf, wie Sie Skalierung und Verbreitung sicherstellen.
  • Daten/Software: Open-Source-Strategien, kommerzielle Nutzung, Integration in Plattformen, Aufbau von Nutzer-Communities. Klären Sie Lizenzmodelle und Nachhaltigkeitsfinanzierung.
  • Wissen/Richtlinien: Policy-Integration, Standardisierung, Aufnahme in Curricula, Best-Practice-Kataloge. Dokumentieren Sie den Weg zur institutionellen Verankerung.

Der Exploitation Plan sollte folgende Elemente enthalten:

  • Identifizierung verwertbarer Ergebnisse (Exploitable Results) mit Bewertung des Markt- oder Nutzungspotenzials
  • IP-Strategie (Intellectual Property): Wer hält welche Rechte? Wie werden Patente, Marken, Copyrights gemanagt?
  • Zielgruppen für Exploitation (oft unterschiedlich zu Dissemination-Zielgruppen)
  • Geschäftsmodelle und Finanzierungsstrategien für die Post-Projekt-Phase
  • Partnerships und Kooperationen für die Verwertung
  • Risiken und Barrieren mit Mitigationsstrategien
  • Zeitplan für Exploitation-Aktivitäten (oft 3-5 Jahre nach Projektende)

Beispiel aus der Praxis: Ein mittelständisches Unternehmen entwickelt in einem Horizon Europe Projekt ein innovatives Recyclingverfahren für Lithium-Ionen-Batterien. Der Exploitation Plan umfasst: (1) Patentanmeldung in drei EU-Ländern (Monat 24), (2) Pilotanlage in Betrieb nehmen (Monat 30), (3) Lizenzvereinbarungen mit zwei strategischen Partnern (Monat 36), (4) Skalierung auf kommerzielle Produktion (12 Monate nach Projektende), (5) Markteintritt in außereuropäische Märkte (24 Monate nach Projektende). Geplanter ROI: Break-even nach 18 Monaten, kumulative Umsätze von 20 Mio. Euro nach 5 Jahren.

Für Forschungseinrichtungen liegt der Exploitation-Fokus oft auf der weiteren wissenschaftlichen Nutzung: Etablierung einer Forschungsgruppe, Einwerbung von Folgeprojekten, Aufbau von Infrastrukturen oder Ausbildung von Nachwuchsforschern.

Monitoring und Evaluation: Impact nachweisen und dokumentieren

Ein überzeugender Impact-Plan endet nicht mit der Projektlaufzeit. Sie müssen darlegen, wie Sie die Wirkung Ihres Projekts systematisch überwachen, evaluieren und dokumentieren. Dies ist sowohl für das EU-Reporting als auch für Ihre eigene Lernkurve und zukünftige Anträge essenziell.

Aufbau eines Impact-Monitoring-Systems:

  • Datenerfassungsplan: Definieren Sie für jeden KPI, welche Daten wie, wann und von wem gesammelt werden. Nutzen Sie standardisierte Tools wie Umfrage-Software (z.B. LimeSurvey), Webanalytics (Google Analytics, Matomo), Publikationsdatenbanken (Scopus, Web of Science) oder CRM-Systeme.
  • Baseline-Messungen: Erfassen Sie zu Projektbeginn alle relevanten Ausgangswerte. Ohne Baseline können Sie später keine Veränderungen nachweisen.
  • Regelmäßige Überprüfung: Etablieren Sie feste Monitoring-Zyklen (z.B. quartalsweise, halbjährlich). Integrieren Sie Impact-Reviews in Ihre Projektmeetings.
  • Anpassungsfähigkeit: Seien Sie bereit, Ihre KPIs anzupassen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern oder sich unerwartete Impacts abzeichnen. Dokumentieren Sie solche Anpassungen transparent.

Evaluierungsansätze:

  • Selbstevaluation: Interne Bewertung durch das Projektteam anhand definierter Kriterien. Kostengünstig, aber potenziell weniger objektiv.
  • Externe Evaluation: Bewertung durch unabhängige Experten oder spezialisierte Evaluierungsagenturen. Erhöht Glaubwürdigkeit, erfordert aber Budget (planen Sie 3-5% des Projektbudgets dafür ein).
  • Stakeholder-Feedback: Systematische Einholung von Rückmeldungen der Zielgruppen durch Interviews, Fokusgruppen oder Surveys.
  • Vergleichende Evaluation: Benchmarking mit ähnlichen Projekten oder Kontrollgruppen, falls methodisch möglich.

Dokumentation für maximale Wirkung:

Die EU und andere Fördergeber erwarten umfassende Dokumentation des Impacts. Erstellen Sie:

  • Impact Case Studies: Detaillierte Beschreibungen konkreter Wirkungsbeispiele mit messbaren Ergebnissen
  • Impact Dashboards: Visuelle Darstellung der wichtigsten KPIs und deren Entwicklung über die Zeit
  • Success Stories: Narrativ aufbereitete Erfolgsgeschichten für unterschiedliche Zielgruppen
  • Lessons Learned Reports: Reflexion über Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Empfehlungen
  • Impact-Datenbank: Systematische Sammlung aller Evidenzen (Publikationen, Presseartikel, Testimonials, Messdaten)

Nutzen Sie diese Dokumentation nicht nur für das EU-Reporting, sondern auch für Ihre Kommunikation, zukünftige Anträge und zur Demonstration Ihrer Track Record.

Tools und Ressourcen: Die EU stellt verschiedene Hilfsmittel bereit, darunter das "Pathways to Impact" Framework für Horizon Europe, die Open Research Europe Plattform für Publikationen und das Results Pack System zur Bündelung von Projektergebnissen. Nutzen Sie diese Ressourcen aktiv.

Ressourcenplanung: Budget und Personal für Impact-Aktivitäten

Ein häufiger Fehler in EU-Anträgen ist die Unterschätzung der erforderlichen Ressourcen für Impact- und Dissemination-Aktivitäten. Viele Konsortien planen zwar ambitionierte Ziele, budgetieren aber kaum Mittel dafür ein – was Evaluatoren sofort negativ bewerten.

Budgetrichtlinien für Impact und Dissemination:

  • Planen Sie mindestens 8-12% des Gesamtbudgets für Dissemination-, Exploitation- und Impact-Aktivitäten ein
  • Für kommunikationsintensive Projekte (z.B. mit starkem Policy-Fokus) kann dieser Anteil auf 15-20% steigen
  • Berücksichtigen Sie sowohl Personalkosten als auch spezifische Sachkosten

Typische Budgetposten:

  • Personal: Dedizierte Kommunikations-/Dissemination-Manager (0,2-0,5 FTE je nach Projektgröße), wissenschaftliche Mitarbeiter für Publikationen, Exploitation-Manager für Verwertung
  • Events: Organisation von Workshops, Konferenzen, Demonstrationen; Teilnahme an externen Events; Reisekosten
  • Kommunikationsmaterialien: Website-Entwicklung und -Pflege, Grafikdesign, Video-Produktion, Printmaterialien, Übersetzungen
  • Open Access Publikationen: Article Processing Charges (APCs) für Open Access Journale (oft 2.000-5.000 Euro pro Artikel)
  • Evaluation: Externe Evaluatoren, Umfrage-Tools, Datenanalyse-Software
  • IP-Management: Patentanmeldungen, Rechtsberatung, Lizenzierungskosten
  • Networking: Mitgliedschaften in relevanten Netzwerken, Teilnahme an EU-Clustern

Personalplanung:

Definieren Sie klare Rollen und Verantwortlichkeiten. In größeren Konsortien empfiehlt sich:

  • Dissemination & Communication Manager: Koordiniert alle Kommunikationsaktivitäten, pflegt Website und Social Media, organisiert Events
  • Exploitation Manager: Verantwortlich für Verwertungsstrategien, IP-Management, Business Development
  • Impact Assessment Lead: Überwacht KPIs, führt Evaluierungen durch, erstellt Impact Reports
  • Fachliche Lead Authors: Wissenschaftler, die Publikationen und technische Dokumentation erstellen

In kleineren Projekten oder bei KMU können diese Rollen auch kombiniert oder teilweise extern vergeben werden (z.B. an spezialisierte Agenturen für Kommunikation oder Exploitation).

Praxistipp: Demonstrieren Sie in Ihrem Antrag, dass Ihr Team die notwendigen Kompetenzen hat. Verweisen Sie auf Track Records in Dissemination (z.B. frühere Publikationen, organisierte Events) und Exploitation (z.B. erfolgreiche Markteinführungen, Patente). Falls Kompetenzen fehlen, planen Sie gezielt externe Unterstützung ein – das wird positiv bewertet.

Fazit: Impact als strategischer Erfolgsfaktor

Ein professionell ausgearbeiteter Impact- und Dissemination-Plan ist kein bürokratischer Zusatz, sondern ein strategisches Instrument, das den Erfolg Ihres EU-Projekts maßgeblich beeinflusst – sowohl in der Bewertungsphase als auch in der tatsächlichen Projektumsetzung und -wirkung.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren zusammengefasst:

  • Verstehen Sie die drei Impact-Ebenen (scientific, societal, economic) und gewichten Sie diese entsprechend Ihres Projekts
  • Entwickeln Sie SMART-formulierte, messbare KPIs mit klaren Baseline- und Zielwerten
  • Planen Sie eine zielgruppenspezifische Dissemination-Strategie mit Multi-Channel-Ansatz
  • Denken Sie Exploitation von Anfang an mit – wie werden Ergebnisse nach Projektende genutzt?
  • Etablieren Sie ein robustes Monitoring- und Evaluierungssystem
  • Budgetieren Sie ausreichend Ressourcen (Personal und Mittel) für Impact-Aktivitäten
  • Dokumentieren Sie Ihren Impact systematisch und nutzen Sie ihn für weitere Anträge

Bedenken Sie: Die EU investiert Milliarden in Forschung und Innovation, um konkrete gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen – vom Klimawandel über digitale Transformation bis hin zu Gesundheitskrisen. Projekte, die glaubhaft darlegen können, wie sie zu diesen Lösungen beitragen und ihre Ergebnisse wirksam verbreiten, haben deutlich höhere Erfolgschancen.

Nutzen Sie die in diesem Artikel beschriebenen Methoden und Tools, um Ihren nächsten Antrag zu stärken. Ein überzeugender Impact-Plan unterscheidet Durchschnittsprojekte von exzellenten Projekten – und kann den entscheidenden Unterschied zwischen Ablehnung und Förderung ausmachen.

Investieren Sie die Zeit in einen durchdachten Impact- und Dissemination-Plan. Diese Investition zahlt sich mehrfach aus: durch höhere Bewilligungschancen, effektivere Projektumsetzung, größere Sichtbarkeit und nachhaltige Wirkung Ihrer Arbeit.

Checkliste: Impact und Dissemination professionell planen

Impact-Planung:

  • ☐ Alle drei Impact-Ebenen (scientific, societal, economic) adressiert
  • ☐ 5-8 messbare KPIs mit Baseline und Zielwerten definiert
  • ☐ Messverfahren und -zeitpunkte für jeden KPI festgelegt
  • ☐ Bezug zu EU-Prioritäten (Green Deal, Missionen etc.) hergestellt
  • ☐ Kurz-, mittel- und langfristige Impacts unterschieden
  • ☐ Monitoring-System mit konkreten Verantwortlichkeiten etabliert

Dissemination-Strategie:

  • ☐ Mindestens 4-6 Zielgruppen identifiziert und priorisiert
  • ☐ Zielgruppenspezifische Kernbotschaften entwickelt
  • ☐ Multi-Channel-Ansatz mit mindestens 5 verschiedenen Kanälen geplant
  • ☐ Projekt-Website und Social-Media-Präsenz eingeplant
  • ☐ Mindestens 3-4 wissenschaftliche Publikationen geplant (bei Forschungsprojekten)
  • ☐ Mindestens 2-3 Dissemination-Events (Workshops, Konferenzen) vorgesehen
  • ☐ Open Access und Open Science Anforderungen berücksichtigt
  • ☐ Detaillierter Dissemination-Zeitplan über gesamte Projektlaufzeit

Exploitation-Plan:

  • ☐ Verwertbare Ergebnisse (Exploitable Results) identifiziert
  • ☐ IP-Strategie definiert (wer hält welche Rechte?)
  • ☐ Konkrete Exploitation-Wege beschrieben (Markteinführung, Lizenzierung etc.)
  • ☐ Business Case bzw. Verwertungsmodell dargelegt
  • ☐ Post-Projekt-Aktivitäten und Nachhaltigkeit geplant
  • ☐ Risiken und Barrieren mit Mitigationsstrategien benannt

Ressourcen und Organisation:

  • ☐ 8-15% des Budgets für Impact/Dissemination/Exploitation eingeplant
  • ☐ Dedizierte Personalressourcen zugewiesen (Mind. 0,2 FTE)
  • ☐ Klare Rollen und Verantwortlichkeiten definiert
  • ☐ Budget für Open Access Publikationen eingeplant
  • ☐ Evaluierungsbudget berücksichtigt (3-5% des Gesamtbudgets)
  • ☐ Track Record des Teams in Dissemination/Exploitation dargelegt

Qualitätssicherung:

  • ☐ Impact-Plan von externen Experten reviewt
  • ☐ Konsistenz zwischen Impact-Plan und anderen Antragsteilen geprüft
  • ☐ Realistische und gleichzeitig ambitionierte Ziele gesetzt
  • ☐ Alle EU-spezifischen Anforderungen des Programms berücksichtigt
  • ☐ Visuelle Aufbereitung (Grafiken, Tabellen) für bessere Verständlichkeit
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