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Antragstipps · 24.04.2026 · 9 min read

Horizon Europe für Einsteiger

Überblick über Struktur, Säulen und Beteiligungsregeln des größten EU-Forschungsrahmenprogramms.

Einleitung: Warum Horizon Europe für Ihr Unternehmen wichtig ist

Horizon Europe ist mit einem Budget von rund 95,5 Milliarden Euro das weltweit größte Forschungs- und Innovationsprogramm und bildet das Kernstück der europäischen Forschungsförderung für den Zeitraum 2021 bis 2027. Als Nachfolgeprogramm von Horizon 2020 bietet es deutschen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen außergewöhnliche Möglichkeiten, innovative Projekte zu realisieren, internationale Partnerschaften aufzubauen und sich als Technologieführer zu positionieren.

Für viele Einsteiger erscheint Horizon Europe zunächst komplex und unübersichtlich. Dieser Artikel verschafft Ihnen einen systematischen Überblick über die Programmstruktur, erklärt die drei Säulen des Rahmenprogramms und gibt Ihnen praktische Hinweise zu den Beteiligungsregeln. Ob Sie ein forschungsintensives KMU, ein mittelständisches Technologieunternehmen oder eine wissenschaftliche Einrichtung sind – Horizon Europe bietet Fördermöglichkeiten für nahezu jeden Innovationsbereich.

Deutsche Organisationen gehören traditionell zu den erfolgreichsten Teilnehmern in europäischen Forschungsprogrammen. Mit der richtigen Vorbereitung und einem klaren Verständnis der Programmstruktur können auch Sie von dieser bedeutenden Förderquelle profitieren und Ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf ein neues Niveau heben.

Die drei Säulen von Horizon Europe: Grundstruktur verstehen

Horizon Europe ist in drei komplementäre Säulen gegliedert, die unterschiedliche Ziele verfolgen und verschiedene Zielgruppen ansprechen. Diese Struktur ermöglicht es, sowohl Grundlagenforschung als auch marktnahe Innovationen zu fördern.

Säule I: Wissenschaftsexzellenz (Excellent Science)

Mit einem Budget von rund 25,8 Milliarden Euro fördert diese Säule primär wissenschaftliche Exzellenz und Grundlagenforschung. Sie umfasst vier Hauptbereiche:

  • European Research Council (ERC): Fördert herausragende Einzelforscher mit wegweisenden Projekten. Die ERC-Grants (Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grants) sind hochkompetitiv und prestigeträchtig.
  • Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA): Unterstützt die Mobilität und Ausbildung von Forschenden auf allen Karrierestufen. Besonders relevant für Unternehmen sind die Industrial Doctorates und Staff Exchanges.
  • Forschungsinfrastrukturen: Investiert in weltklasse Forschungseinrichtungen und deren Zugänglichkeit für die europäische Forschergemeinschaft.
  • Zukunfts- und neu entstehende Technologien: Fördert explorative Forschung zu disruptiven Technologien.

Für KMU und Unternehmen ist diese Säule besonders interessant, wenn Sie mit Universitäten oder Forschungseinrichtungen kooperieren möchten oder exzellente Nachwuchsforscher rekrutieren wollen.

Säule II: Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit

Dies ist mit etwa 53,5 Milliarden Euro die größte Säule und für die meisten Unternehmen der relevanteste Einstiegspunkt. Sie ist in sechs thematische Cluster gegliedert:

  • Cluster 1: Gesundheit
  • Cluster 2: Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft
  • Cluster 3: Zivile Sicherheit für die Gesellschaft
  • Cluster 4: Digitalisierung, Industrie und Raumfahrt
  • Cluster 5: Klima, Energie und Mobilität
  • Cluster 6: Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt

Diese Cluster bündeln Forschungs- und Innovationsaktivitäten zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Jedes Cluster veröffentlicht regelmäßig Ausschreibungen (Calls) zu spezifischen Themen. Ein mittelständisches Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien würde beispielsweise in Cluster 5 fündig werden, während ein Medizintechnik-Unternehmen Cluster 1 prüfen sollte.

Säule III: Innovatives Europa (Innovative Europe)

Mit rund 13,6 Milliarden Euro fokussiert sich diese Säule auf marktnahe Innovation und die Skalierung von Durchbruchsinnovationen. Sie umfasst:

  • European Innovation Council (EIC): Unterstützt bahnbrechende Innovationen von Startups und KMU durch verschiedene Instrumente wie den EIC Pathfinder (für frühe Technologieentwicklung), den EIC Transition (für Validierung und Marktreife) und besonders den EIC Accelerator, der Zuschüsse und Eigenkapitalinvestitionen kombiniert.
  • European Innovation Ecosystems: Stärkt regionale Innovationsökosysteme und Kooperationen.
  • Europäisches Innovations- und Technologieinstitut (EIT): Fördert die Integration von Bildung, Forschung und Innovation durch Knowledge and Innovation Communities (KICs) in Bereichen wie Klimawandel, Digitalisierung, Gesundheit und Energie.

Diese Säule ist besonders attraktiv für wachstumsorientierte KMU mit disruptiven Technologien, die schnell zum Markt gebracht werden sollen.

Beteiligungsregeln: Wer kann mitmachen und unter welchen Bedingungen?

Teilnahmeberechtigte Organisationen

Grundsätzlich können sich alle juristischen Personen aus EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern an Horizon Europe beteiligen. Dazu gehören:

  • Unternehmen jeder Größe (von Startups bis zu Großkonzernen)
  • Universitäten und Hochschulen
  • Forschungseinrichtungen und Technologiezentren
  • Öffentliche Einrichtungen
  • Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen

Auch Organisationen aus Nicht-EU-Ländern können teilnehmen, allerdings meist ohne Förderung oder mit eingeschränkten Fördermöglichkeiten. Die Schweiz beispielsweise hat einen Sonderstatus mit teilweiser Assoziierung.

Konsortialanforderungen

Die meisten Horizon Europe-Projekte erfordern ein internationales Konsortium. Die Standardanforderung lautet: mindestens drei unabhängige juristische Personen aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder assoziierten Ländern. Diese Regel fördert die europäische Zusammenarbeit und den Wissenstransfer über Grenzen hinweg.

Für manche Instrumente gelten spezielle Regeln: Der EIC Accelerator beispielsweise richtet sich an einzelne KMU oder Startups, die keine Konsortialpartner benötigen. MSCA-Postdoctoral Fellowships fördern ebenfalls einzelne Forscher mit einer Gasteinrichtung.

Förderquoten und Finanzierung

Die Förderquoten in Horizon Europe variieren je nach Organisationstyp und Projektphase:

  • Forschungs- und Innovationsaktivitäten (RIA): Bis zu 100% der förderfähigen Kosten für Non-Profit-Organisationen, Universitäten und Forschungseinrichtungen; 70% für gewinnorientierte Unternehmen
  • Innovationsaktivitäten (IA): Generell 70% für alle Teilnehmer, jedoch 100% für Non-Profit-Organisationen
  • Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (CSA): 100% für alle Teilnehmer

Eine Besonderheit: KMU können in vielen Projekttypen von höheren Fördersätzen profitieren. Zudem gibt es spezielle Pauschalen für indirekte Kosten (25% der direkten förderfähigen Kosten, mit Ausnahme von Unteraufträgen).

Förderfähige Kosten

Zu den förderfähigen Kosten gehören typischerweise:

  • Personalkosten (basierend auf tatsächlichen Stundensätzen)
  • Reise- und Aufenthaltskosten
  • Kosten für Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien
  • Kosten für Unteraufträge (bis zu bestimmten Grenzen)
  • Sonstige Waren und Dienstleistungen

Wichtig ist, dass alle Kosten nachweisbar, angemessen und für die Durchführung des Projekts notwendig sein müssen. Eine sorgfältige Dokumentation ist unerlässlich, da die Europäische Kommission strenge Prüfungen durchführt.

Von der Projektidee zur erfolgreichen Antragstellung

Schritt 1: Passende Ausschreibung identifizieren

Das Herzstück von Horizon Europe sind die regelmäßig veröffentlichten Arbeitsprogramme (Work Programmes), die alle aktuellen Ausschreibungen enthalten. Diese werden typischerweise für zwei Jahre im Voraus veröffentlicht und mehrmals jährlich aktualisiert. Sie finden diese auf dem Funding & Tenders Portal der Europäischen Kommission.

Für Einsteiger empfiehlt es sich, mit dem Topic Search Tool zu arbeiten. Hier können Sie nach Schlagworten, Technologiebereichen oder spezifischen Herausforderungen suchen. Achten Sie dabei besonders auf:

  • Submission Deadlines (Einreichungsfristen)
  • Budget der Ausschreibung
  • Erwartete Projektgröße und -dauer
  • Technology Readiness Level (TRL) – welcher Reifegrad der Technologie wird erwartet?
  • Spezifische Teilnahmevoraussetzungen

Schritt 2: Konsortium aufbauen

Die Partnersuche ist ein kritischer Erfolgsfaktor. Ein ausgewogenes Konsortium sollte komplementäre Kompetenzen vereinen und idealerweise verschiedene Stakeholder der gesamten Wertschöpfungskette einbeziehen: von Forschungseinrichtungen über Technologieanbieter bis zu Endanwendern.

Praktische Wege zur Partnersuche:

  • Nutzen Sie die Partnersuchfunktionen auf dem Funding & Tenders Portal
  • Besuchen Sie Info Days und Brokerage Events der Europäischen Kommission
  • Kontaktieren Sie Ihre Nationale Kontaktstelle (NKS) für Horizon Europe in Deutschland
  • Aktivieren Sie bestehende Geschäfts- und Forschungspartnerschaften
  • Prüfen Sie relevante European Technology Platforms und Industry Associations

Bei der Zusammenstellung des Konsortiums sollten Sie auch die geografische Balance berücksichtigen. Eine breite europäische Abdeckung wird von Gutachtern positiv bewertet, da sie die europäische Dimension und Wirkung des Projekts unterstreicht.

Schritt 3: Antrag entwickeln

Horizon Europe-Anträge folgen einer standardisierten Struktur mit drei Hauptteilen:

  • Excellence: Wissenschaftliche und technische Qualität, Ambition, Innovation
  • Impact: Erwartete Wirkungen, Verbreitungs- und Verwertungsstrategie, Übereinstimmung mit EU-Prioritäten
  • Implementation: Arbeitsplan, Konsortium, Ressourcen, Risikomanagement

Jeder Teil wird separat bewertet, und alle müssen Schwellenwerte überschreiten. Ein exzellenter wissenschaftlicher Ansatz reicht nicht aus, wenn die Verwertungsstrategie schwach ist oder das Konsortium nicht die notwendigen Kompetenzen vereint.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die erwarteten Impacts. Horizon Europe legt großen Wert auf messbare Beiträge zu den EU-Politikzielen, insbesondere dem European Green Deal und der digitalen Transformation. Zeigen Sie konkret, wie Ihr Projekt zu diesen Prioritäten beiträgt.

Schritt 4: Einreichung und Bewertung

Alle Anträge werden elektronisch über das Funding & Tenders Portal eingereicht. Die Bewertung erfolgt durch unabhängige externe Experten anhand der genannten Kriterien. Der Prozess dauert typischerweise 3-5 Monate.

Bei positiver Bewertung folgen Verhandlungen mit der Kommission zur Feinabstimmung des Projekts und des Budgets, bevor der Grant Agreement unterzeichnet wird. Mit der Unterzeichnung können Sie mit der Projektdurchführung beginnen.

Komplementäre EU-Programme: Synergien nutzen

Horizon Europe ist das Flaggschiff der EU-Forschungsförderung, aber keineswegs die einzige Fördermöglichkeit. Für eine umfassende Finanzierungsstrategie sollten Sie auch andere EU-Programme in Betracht ziehen, die mit Horizon Europe kombiniert werden können:

Digital Europe Programme

Mit einem Budget von 7,5 Milliarden Euro für 2021-2027 fokussiert sich dieses Programm auf die Einführung und breite Nutzung digitaler Technologien. Während Horizon Europe die Entwicklung neuer digitaler Technologien fördert, unterstützt Digital Europe deren praktische Anwendung und Skalierung in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, High-Performance Computing, fortgeschrittene digitale Kompetenzen und breite Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Für Unternehmen mit marktnahen digitalen Lösungen kann Digital Europe oft der passendere Rahmen sein, während die Grundlagentechnologie mit Horizon Europe entwickelt wurde.

LIFE Programme

Das LIFE-Programm ist das EU-Finanzierungsinstrument für Umwelt- und Klimaschutz mit einem Budget von 5,4 Milliarden Euro. Es ergänzt Horizon Europe perfekt, wenn Ihre Innovation konkrete Umwelt- oder Klimaschutzlösungen betrifft. LIFE fördert besonders die Demonstration und Umsetzung von Best Practices, Pilotprojekten und die Replikation erfolgreicher Ansätze.

Ein typisches Szenario: Sie entwickeln eine innovative Kreislaufwirtschaftstechnologie mit Horizon Europe und skalieren die Markteinführung mit LIFE-Förderung.

InvestEU und andere Finanzinstrumente

Für Unternehmen, die neben Zuschüssen auch Fremdkapital oder Eigenkapitalfinanzierung benötigen, bietet InvestEU Garantien und finanzielle Instrumente. Der EIC Fund innerhalb von Horizon Europe investiert direkt in vielversprechende EIC Accelerator-Gewinner mit Eigenkapital bis zu 15 Millionen Euro.

Connecting Europe Facility (CEF)

Falls Ihre Innovation im Bereich Verkehr, Energie oder digitale Infrastruktur angesiedelt ist, sollten Sie auch CEF prüfen. Dieses Programm mit einem Budget von 33,7 Milliarden Euro fördert transeuropäische Infrastrukturnetze und kann mit Horizon Europe-Projekten kombiniert werden.

Strukturfonds und regionale Programme

Vergessen Sie nicht die regionalen Operationellen Programme der EU-Strukturfonds (EFRE). Diese können für KMU oft zugänglicher sein und lassen sich mit Horizon Europe-Aktivitäten kombinieren, beispielsweise indem Grundlagenforschung mit Horizon Europe und regionale Pilotierung mit EFRE-Mitteln finanziert wird.

Praktische Tipps für den erfolgreichen Einstieg

Realistische Erwartungen und strategischer Ansatz

Horizon Europe ist hochkompetitiv. Erfolgsquoten variieren je nach Instrument zwischen 10% und 20%, wobei manche ERC-Calls noch niedrigere Quoten aufweisen. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, aber planen Sie realistisch: Der erste Antrag ist selten erfolgreich, aber ein wertvoller Lernprozess.

Betrachten Sie Horizon Europe als strategisches Investment, nicht als schnelle Finanzierungsquelle. Die Vorbereitung eines Antrags erfordert typischerweise 3-6 Monate intensiver Arbeit. Dieser Aufwand lohnt sich allerdings mehrfach: Sie bauen internationale Netzwerke auf, schärfen Ihre Strategie und positionieren sich als innovativer Player.

Nutzen Sie Unterstützungsstrukturen

Deutschland verfügt über ein exzellentes Netzwerk von Nationalen Kontaktstellen (NKS) für Horizon Europe. Diese bieten kostenlose Beratung, organisieren Informationsveranstaltungen und unterstützen bei der Partnersuche. Kontaktieren Sie die für Ihren Themenbereich zuständige NKS frühzeitig – idealerweise schon in der Konzeptionsphase.

Viele Bundesländer und Regionen bieten zudem Coaching-Programme und finanzielle Unterstützung für die Antragsstellung. Einige übernehmen sogar die nicht geförderten 30% bei erfolgreichen Projekten oder bieten Anschubfinanzierung.

Lernen Sie von erfolgreichen Projekten

Die Europäische Kommission veröffentlicht auf dem CORDIS-Portal Informationen zu allen geförderten Projekten. Analysieren Sie erfolgreiche Projekte in Ihrem Bereich:

  • Welche Konsortialstrukturen wurden gewählt?
  • Wie wurde die Innovation positioniert?
  • Welche Verwertungsstrategien wurden beschrieben?
  • Welche Partner waren beteiligt?

Diese Recherche gibt Ihnen wertvolle Einblicke in Erwartungen und Erfolgsstrategien.

Beginnen Sie mit zugänglicheren Instrumenten

Wenn Sie neu in der EU-Förderung sind, kann es sinnvoll sein, mit weniger kompetitiven Instrumenten zu starten. MSCA Staff Exchanges oder EIT-Programme haben oft höhere Erfolgsquoten und helfen Ihnen, Erfahrung mit EU-Projekten zu sammeln. Auch Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (CSA) mit 100% Förderung sind oft zugänglicher.

Planen Sie Gender und Diversity mit ein

Horizon Europe legt großen Wert auf Gender Equality und Diversity. Das bedeutet nicht nur ausgewogene Teamzusammensetzung, sondern auch die Berücksichtigung von Geschlechter- und Diversitätsaspekten in Forschungsdesign und Innovation selbst. Projekte, die diese Dimension überzeugend integrieren, haben bessere Bewertungschancen.

Achten Sie auf Open Science und Data Management

Open Science ist ein zentrales Prinzip von Horizon Europe. Sie müssen in Ihrem Antrag darlegen, wie Sie Forschungsdaten und -ergebnisse zugänglich machen werden (soweit keine legitimen Schutzinteressen bestehen). Ein überzeugender Data Management Plan ist obligatorisch und wird bewertet.

Fazit: Ihre nächsten Schritte

Horizon Europe bietet außergewöhnliche Möglichkeiten für deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die bereit sind, in internationale Spitzenforschung und Innovation zu investieren. Die Programmstruktur mit ihren drei komplementären Säulen ermöglicht es, sowohl Grundlagenforschung als auch marktnahe Innovation zu fördern und die gesamte Wertschöpfungskette von der Idee bis zur Markteinführung zu unterstützen.

Der Einstieg erfordert Zeit, strategisches Denken und Ausdauer, aber die Investition zahlt sich mehrfach aus: Sie erhalten nicht nur substanzielle finanzielle Förderung, sondern auch Zugang zu exzellenten europäischen Partnern, technologischem Know-how und prestigeträchtigen Netzwerken. Deutsche Organisationen haben historisch sehr erfolgreich an EU-Forschungsprogrammen teilgenommen und gehören zu den Top-Empfängern von Horizon Europe-Förderung.

Beginnen Sie mit einer sorgfältigen Analyse Ihrer Innovationsstrategie und identifizieren Sie, welche Säule und welches Instrument am besten zu Ihren Zielen passt. Nutzen Sie die verfügbaren Unterstützungsstrukturen, bauen Sie systematisch ein europäisches Netzwerk auf und betrachten Sie auch Ihre ersten Anträge als Lernprozess. Mit der richtigen Vorbereitung und einem klaren Verständnis der Programmlogik kann Horizon Europe zu einem wichtigen Baustein Ihrer Forschungs- und Innovationsfinanzierung werden.

Die europäische Forschungslandschaft befindet sich im Wandel. Mit großen Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und demografischem Wandel steigt der Bedarf an innovativen Lösungen. Horizon Europe ist das zentrale Instrument der EU, um diese Herausforderungen anzugehen. Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich jetzt positionieren, können nicht nur von Förderung profitieren, sondern auch die Zukunft aktiv mitgestalten.

Checkliste: Ihr Weg zu Horizon Europe

  • Strategische Vorbereitung: Analysieren Sie Ihre Innovationsziele und identifizieren Sie passende Horizont Europe-Instrumente
  • Informationsbeschaffung: Registrieren Sie sich auf dem Funding & Tenders Portal und abonnieren Sie relevante Topic-Newsletter
  • Kontakt zur Nationalen Kontaktstelle: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Ihrer thematischen NKS auf und lassen Sie sich beraten
  • Arbeitsprogramme studieren: Verschaffen Sie sich einen Überblick über aktuelle und kommende Ausschreibungen in Ihrem Bereich
  • Netzwerk aufbauen: Besuchen Sie Info Days, Brokerage Events und bauen Sie systematisch europäische Partnerschaften auf
  • Erfolgsprojekte analysieren: Recherchieren Sie auf CORDIS ähnliche geförderte Projekte und lernen Sie von deren Ansätzen
  • Konsortium formieren: Identifizieren Sie komplementäre Partner, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken
  • Antrag entwickeln: Planen Sie mindestens 3-6 Monate für eine qualitativ hochwertige Antragsvorbereitung ein
  • Excellence-Impact-Implementation: Stellen Sie sicher, dass alle drei Bewertungsdimensionen überzeugend adressiert werden
  • Open Science integrieren: Entwickeln Sie einen überzeugenden Data Management Plan und Open Science-Strategie
  • Gender & Diversity: Berücksichtigen Sie Geschlechter- und Diversitätsaspekte in Team und Forschungsdesign
  • Budget realistisch kalkulieren: Beachten Sie Förderquoten, förderfähige Kosten und dokumentieren Sie alle Ausgaben genau
  • Review nutzen: Lassen Sie Ihren Antrag vor Einreichung von erfahrenen Kollegen oder externen Experten prüfen
  • Fristgerecht einreichen: Planen Sie einen Puffer vor der Deadline ein – technische Probleme sind nicht ungewöhnlich
  • Aus Feedback lernen: Analysieren Sie die Gutachterkommentare sorgfältig, auch bei Ablehnung – sie sind wertvoll für künftige Anträge
  • Komplementäre Programme prüfen: Erkunden Sie Synergien mit Digital Europe, LIFE, InvestEU und regionalen Programmen
  • Langfristig denken: Betrachten Sie EU-Förderung als strategisches Element Ihrer Forschungs- und Innovationsstrategie
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