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FundScout.eu CIVIC INDEX · v1.0 · 04.06.2026
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Antragstipps · 15.05.2026 · 10 min read

Nationale Kontaktstellen (NCP) — Kostenlose Beratung

Wie NCPs Antragstellern kostenlos bei der Programmwahl, Partnersuche und Antragsstellung helfen.

Einleitung: Ihr kostenloser Partner für EU-Förderung

Die Beantragung von EU-Fördermitteln stellt viele deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen vor große Herausforderungen. Welches Programm passt zu meinem Projekt? Wie finde ich geeignete Partner in anderen EU-Ländern? Was muss ich bei der Antragstellung beachten? Diese Fragen sind komplex – doch Sie müssen sie nicht allein beantworten. Die Nationalen Kontaktstellen (National Contact Points, NCPs) bieten Ihnen genau hier kostenlose, professionelle Unterstützung.

NCPs sind von der Europäischen Kommission mandatierte Beratungsstellen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie assoziierten Ländern. Ihre Mission: Antragstellern den Zugang zu EU-Förderprogrammen zu erleichtern. In Deutschland werden diese Beratungsleistungen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und anderen Bundesministerien finanziert – für Sie bedeutet das konkret: vollkommen kostenfreie Beratung durch Experten mit langjähriger Erfahrung.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie NCPs optimal nutzen können, welche konkreten Dienstleistungen angeboten werden und wie diese Unterstützung Ihre Erfolgsaussichten bei EU-Anträgen deutlich erhöht. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Forschungseinrichtungen, die zum ersten Mal einen EU-Antrag stellen, sind NCPs ein unverzichtbarer Partner.

Was sind Nationale Kontaktstellen und welche Aufgaben haben sie?

Nationale Kontaktstellen sind offizielle Beratungseinrichtungen, die in jedem EU-Mitgliedstaat und assoziierten Land etabliert sind. In Deutschland existiert ein umfassendes Netzwerk von NCPs, das nahezu alle relevanten EU-Förderprogramme abdeckt. Diese Kontaktstellen sind meist bei etablierten Forschungs- und Förderorganisationen angesiedelt, wie dem DLR Projektträger, dem Forschungszentrum Jülich oder VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Die Kernaufgaben der NCPs umfassen drei zentrale Bereiche: Information, Beratung und Unterstützung. Im Bereich Information halten NCPs Sie über aktuelle Ausschreibungen, Programmänderungen und Förderkriterien auf dem Laufenden. Sie organisieren Informationsveranstaltungen, Webinare und veröffentlichen Leitfäden in deutscher Sprache. Im Bereich Beratung bieten sie individuelle Gespräche zur Programmauswahl, zu Fördervoraussetzungen und zur strategischen Positionierung Ihres Projekts. Bei der konkreten Unterstützung helfen sie bei der Partnersuche, geben Feedback zu Projektskizzen und unterstützen bei der Interpretation von Förderbedingungen.

Besonders wichtig: NCPs sind programmspezifisch organisiert. Das bedeutet, für jedes große EU-Programm wie Horizon Europe, LIFE, Digital Europe oder Erasmus+ gibt es spezialisierte Kontaktstellen mit Experten, die Ihr Programm bis ins Detail kennen. Diese Spezialisierung garantiert Ihnen hochqualifizierte Beratung, die weit über allgemeine Informationen hinausgeht.

Ein weiterer Vorteil: NCPs sind vernetzt – sowohl untereinander in Deutschland als auch international mit ihren Pendants in anderen Ländern. Diese Vernetzung ist besonders wertvoll bei der Partnersuche, denn NCPs können Sie direkt mit Kontaktstellen in anderen Ländern verbinden und so die Anbahnung transnationaler Konsortien erheblich erleichtern.

Programmwahl: Den richtigen Fördertopf finden

Eine der größten Herausforderungen am Anfang jeder EU-Förderung ist die Auswahl des passenden Programms. Mit über 80 verschiedenen Förderprogrammen und Hunderten von spezifischen Ausschreibungen jährlich verliert man schnell den Überblick. Hier leisten NCPs unverzichtbare Orientierungshilfe.

Nehmen wir ein praktisches Beispiel: Sie sind ein mittelständisches Unternehmen aus der Medizintechnik und entwickeln eine innovative Diagnoselösung basierend auf künstlicher Intelligenz. Kommt dafür Horizon Europe in Frage? Oder eher Digital Europe? Vielleicht sogar das EU4Health-Programm? Ein NCP-Berater wird mit Ihnen gemeinsam Ihr Projekt analysieren und anhand verschiedener Kriterien die optimale Wahl treffen: Technologiereifegrad (TRL), Konsortiumsanforderungen, Förderquoten, strategische Zielsetzung Ihres Projekts.

Für Forschungsprojekte im frühen Stadium mit TRL 2-4 ist meist Horizon Europe Cluster Health die richtige Wahl. Wenn Sie bereits einen Prototypen haben und die Marktreife anstreben, könnte der European Innovation Council (EIC) mit seinen Accelerator-Programmen passender sein. Geht es primär um die Digitalisierung im Gesundheitswesen mit höherem TRL, wäre Digital Europe eine Option. Diese Differenzierung zu treffen erfordert Expertise – genau die, die NCPs kostenlos zur Verfügung stellen.

NCPs helfen Ihnen auch dabei, mehrere Programme zu kombinieren oder sequenziell zu nutzen. Viele erfolgreiche Organisationen nutzen unterschiedliche EU-Programme für verschiedene Phasen ihrer Innovation: Grundlagenforschung über Horizon Europe, Pilotierung über LIFE (bei Umwelttechnologien) oder Digital Europe, Markteinführung über den EIC. Diese strategische Programmnutzung zu planen ist eine Kernkompetenz erfahrener NCP-Berater.

Darüber hinaus informieren NCPs über die sogenannten Work Programmes – die mehrjährigen Arbeitsprogramme, die festlegen, welche Themen in den kommenden Jahren ausgeschrieben werden. Mit diesem Wissen können Sie Ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten strategisch ausrichten und rechtzeitig mit der Antragsvorbereitung beginnen. Gerade für KMU mit begrenzten Ressourcen ist dieses Timing entscheidend.

Partnersuche: Das richtige Konsortium aufbauen

Die meisten EU-Förderprogramme – insbesondere Horizon Europe – erfordern transnationale Konsortien. Sie müssen also Partner aus mehreren EU-Ländern finden, die komplementäre Expertise einbringen und gemeinsam mit Ihnen einen Antrag stellen. Für viele Erstantragsteller ist dies die größte Hürde. NCPs bieten hier mehrere konkrete Unterstützungsangebote.

Erstens betreiben NCPs aktive Partnervermittlung. Wenn Sie ein Projektkonzept haben und Partner suchen, können Sie Ihr Gesuch bei der entsprechenden NCP einreichen. Diese wird Ihr Profil über das europäische NCP-Netzwerk verbreiten und Sie mit potenziellen Partnern in anderen Ländern in Kontakt bringen. Viele NCPs nutzen dafür auch die offizielle EU-Plattform „Funding & Tenders Portal", wo Partner gesucht und gefunden werden können.

Zweitens organisieren NCPs sogenannte Brokerage Events – Partnersuchveranstaltungen zu spezifischen Ausschreibungen. Bei diesen Events, die sowohl physisch als auch virtuell stattfinden, präsentieren potenzielle Antragsteller ihre Projektideen und suchen aktiv nach Konsortialpartnern. Ein Beispiel: Vor einer großen Horizon Europe-Ausschreibung zum Thema „Circular Economy" organisiert die deutsche NCP LIFE zusammen mit ihren europäischen Kollegen ein zweitägiges Event, bei dem sich über 200 Organisationen aus ganz Europa vernetzen. Solche Veranstaltungen sind extrem effektiv für den Konsortiumsaufbau.

Drittens beraten NCPs Sie zur optimalen Konsortiumszusammensetzung. Nicht jede Partnerschaft ist erfolgversprechend. Die Europäische Kommission achtet auf eine ausgewogene Mischung aus Industrie, Forschung und weiteren Stakeholdern, auf geografische Ausgewogenheit und auf komplementäre Expertise. Ein erfahrener NCP-Berater kann Ihr geplantes Konsortium analysieren und Empfehlungen geben: Fehlt vielleicht noch ein KMU aus Südeuropa? Wäre eine Universität mit spezifischer Methodenkompetenz sinnvoll? Brauchen Sie einen Industrieverband für die Verbreitungsaktivitäten?

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein deutsches KMU aus Bayern entwickelt innovative Batteriespeicher und möchte einen Horizon Europe-Antrag stellen. Die NCP Energie hilft bei der Partnersuche und vermittelt Kontakte zu einem französischen Forschungsinstitut mit Expertise in Materialwissenschaften, einem schwedischen Energieversorger als Pilotnutzer und einem spanischen KMU, das komplementäre Steuerungstechnik beisteuert. Ohne die NCP-Unterstützung hätte das bayerische Unternehmen diese Partner kaum gefunden.

Wichtig zu wissen: Die Partnersuche sollte frühzeitig beginnen. NCPs empfehlen, mindestens sechs Monate vor Einreichungsfrist mit der Konsortiumsbildung zu starten. In dieser Zeit können Sie nicht nur Partner identifizieren, sondern auch das Vertrauen aufbauen, das für eine erfolgreiche mehrjährige Zusammenarbeit notwendig ist.

Antragsstellung: Professionelle Unterstützung beim Proposal

Die eigentliche Antragsstellung ist ein komplexer Prozess, der methodisches Vorgehen und Erfahrung erfordert. Auch hier bieten NCPs wertvolle Unterstützung, ohne allerdings die Arbeit komplett zu übernehmen – das wäre rechtlich auch nicht zulässig. Die Grenze ist klar: NCPs beraten und geben Orientierung, das Proposal selbst muss Ihr Konsortium erstellen.

Zu Beginn des Antragsprozesses helfen NCPs bei der Interpretation der Ausschreibungstexte. EU-Calls sind oft komplex formuliert und enthalten spezifische Anforderungen, die man leicht übersehen kann. Was genau bedeutet „Technology Readiness Level 5"? Welche Konsortiumsstruktur wird erwartet? Was ist mit „Open Science" gemeint? NCPs können diese Fragen klären und sicherstellen, dass Sie die Förderkriterien richtig verstehen.

Viele NCPs bieten sogenannte Proposal Checks an: Sie können Ihre Projektskizze oder wichtige Abschnitte Ihres Antrags einreichen und erhalten konstruktives Feedback. Ein NCP-Experte prüft beispielsweise, ob Ihre Excellence-Beschreibung die wissenschaftliche Exzellenz ausreichend herausstellt, ob der Impact-Teil die erwarteten Wirkungen klar darlegt und ob das Work Package-Design logisch und umsetzbar ist. Dieses Feedback erfolgt typischerweise innerhalb von 1-2 Wochen und kann entscheidend sein, um Schwachstellen vor der Einreichung zu beheben.

NCPs organisieren zudem Antragsworkshops, in denen die Struktur erfolgreicher Proposals vermittelt wird. Sie lernen dort, wie ein überzeugendes Horizon Europe-Proposal aufgebaut ist: die logische Verknüpfung von Objectives, Work Packages und Deliverables, die Bedeutung von Meilensteinen, die richtige Darstellung von Risiken und Risikomanagement. Für Erstantragsteller sind diese Workshops außerordentlich wertvoll.

Ein oft unterschätzter Aspekt: NCPs helfen auch bei administrativen Fragen. Wie registriere ich meine Organisation im Participant Register? Wie lade ich Partner ins Funding & Tenders Portal ein? Welche Dokumente muss ich hochladen? Wie funktioniert die elektronische Einreichung? Diese praktischen Fragen klingen banal, verursachen aber in der Realität häufig Stress und Fehler. NCPs stehen für solche Fragen zur Verfügung – oft auch telefonisch kurz vor der Deadline, wenn die Nerven blank liegen.

Ein konkretes Beispiel: Eine deutsche Forschungseinrichtung stellt erstmals einen ERC Grant-Antrag (European Research Council). Die NCP ERC bietet individuelle Beratungsgespräche, gibt Feedback zur Projektskizze und organisiert ein Mock-Interview, bei dem der Antragsteller das spätere Kommissionsgutachter-Interview üben kann. Diese Vorbereitung trägt entscheidend zum Erfolg bei – ERC Grants haben Erfolgsquoten von etwa 12%, und jedes Detail zählt.

Erfolgsoptimierung: Von der Einreichung bis zum Projektstart

Die Unterstützung durch NCPs endet nicht mit der Antragseinreichung. Auch in den Phasen der Evaluation, Verhandlung und des Projektstarts stehen sie beratend zur Seite.

Nach der Einreichung beginnt die Evaluationsphase, in der die Europäische Kommission Ihren Antrag von unabhängigen Gutachtern bewerten lässt. Dieser Prozess dauert typischerweise 3-5 Monate. NCPs können Sie über den üblichen Ablauf informieren und Erwartungen managen. Sie erklären, wie das Bewertungssystem funktioniert (meist nach den Kriterien Excellence, Impact und Implementation mit Punkteskalen) und was die verschiedenen Evaluation Summary Reports bedeuten.

Falls Ihr Antrag erfolgreich ist – herzlichen Glückwunsch! –, folgt oft eine Verhandlungsphase mit der Kommission. Hier können NCPs unterstützen, indem sie typische Verhandlungspunkte erläutern: Budgetanpassungen, Änderungen im Arbeitsplan, Präzisierungen bei Deliverables. Während die eigentliche Verhandlung zwischen Ihrem Konsortium und der Kommission stattfindet, können NCPs im Hintergrund beraten und auf Erfahrungswerte hinweisen.

Beim Projektstart bieten einige NCPs auch Unterstützung zum Projektmanagement an. Wie organisiert man ein Kick-off-Meeting? Welche Reporting-Pflichten bestehen? Wie funktioniert das kontinuierliche Berichtswesen im Participant Portal? Was ist bei der Kommunikation und Verbreitung zu beachten? Gerade für KMU, die erstmals ein EU-Projekt koordinieren, ist diese Orientierungshilfe wertvoll.

Aber auch bei Ablehnung sind NCPs für Sie da. Viele erstklassige Projektideen werden beim ersten Anlauf abgelehnt – die Erfolgsquoten in Horizon Europe liegen je nach Call zwischen 10% und 30%. NCPs helfen Ihnen, die Gutachterkommentare zu interpretieren und zu entscheiden, ob eine Wiedereinreichung (Resubmission) im nächsten Call sinnvoll ist. Sie beraten, welche Aspekte verbessert werden sollten und ob eventuell ein anderes Programm besser passen könnte.

Ein praktisches Beispiel: Ein deutsches KMU-Konsortium erhält für seinen Digital Europe-Antrag eine Ablehnung mit 12 von 15 möglichen Punkten – knapp am Schwellenwert gescheitert. Die NCP Digital analysiert gemeinsam mit dem Konsortium die Gutachterkommentare und identifiziert Schwächen im Impact-Teil. Das Konsortium ergänzt zwei assoziierte Partner, die die Verwertung stärken, überarbeitet den Antrag und reicht erfolgreich im Folge-Call ein. Ohne die NCP-Unterstützung hätte das Konsortium möglicherweise aufgegeben.

Praktische Tipps: So nutzen Sie NCPs optimal

Um den größtmöglichen Nutzen aus der NCP-Beratung zu ziehen, sollten Sie einige praktische Aspekte beachten. Die folgenden Empfehlungen basieren auf Erfahrungen erfolgreicher EU-Antragsteller.

Erstens: Kontaktieren Sie NCPs frühzeitig. Die beste Zeit, eine NCP zu kontaktieren, ist nicht zwei Wochen vor der Deadline, sondern mehrere Monate im Voraus – idealerweise wenn Sie beginnen, über eine EU-Antragstellung nachzudenken. Früher Kontakt ermöglicht strategische Beratung zur Programmwahl und gibt Ihnen Zeit, das Konsortium aufzubauen und den Antrag sorgfältig zu entwickeln.

Zweitens: Bereiten Sie Ihre Anfragen gut vor. NCPs erhalten zahlreiche Beratungsanfragen. Je präziser Sie Ihr Anliegen formulieren, desto hilfreicher kann die Beratung sein. Beschreiben Sie Ihre Projektidee konkret, nennen Sie Ihre Organisation und ihre Rolle (KMU, Forschungseinrichtung, Koordinator oder Partner?), formulieren Sie spezifische Fragen. Ein allgemeines „Wir suchen EU-Förderung" ist weniger hilfreich als „Wir entwickeln eine KI-basierte Lösung für die Frühdiagnose von Diabetes und suchen ein Förderprogramm für TRL 4-5 mit mindestens 70% Förderquote".

Drittens: Nutzen Sie die verschiedenen Beratungsformate. NCPs bieten Information auf mehreren Kanälen: Websites mit umfangreichen Ressourcen, Newsletter mit aktuellen Ausschreibungen, Webinare zu spezifischen Themen, individuelle Beratungsgespräche (telefonisch, per Videokonferenz oder persönlich), Workshops und Konferenzen. Kombinieren Sie diese Formate: Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die Website, besuchen Sie ein Webinar zum relevanten Programm, und vereinbaren Sie dann ein individuelles Beratungsgespräch für spezifische Fragen.

Viertens: Bauen Sie eine längerfristige Beziehung auf. NCPs sind keine einmalige Anlaufstelle, sondern können zu langfristigen Partnern Ihrer EU-Förderstrategie werden. Wenn Sie erfolgreich ein erstes Projekt eingeworben haben, nutzen Sie die NCP auch für Folgeanträge. Erfahrene Antragsteller pflegen oft über Jahre Kontakt zu „ihren" NCPs und profitieren von deren Insider-Wissen zu Programmentwicklungen und strategischen Prioritäten der Kommission.

Fünftens: Nutzen Sie NCPs auch zur Vernetzung. NCPs organisieren nicht nur Partnersuchveranstaltungen, sondern sind auch Knotenpunkte der EU-Förder-Community. Bei NCP-Events treffen Sie andere Antragsteller, können Erfahrungen austauschen und Ihr Netzwerk erweitern. Diese Kontakte sind oft genauso wertvoll wie die direkte Beratung.

Wichtig zu verstehen: NCPs ersetzen nicht Ihre eigene Arbeit am Antrag und auch nicht die interne Expertise, die Sie für ein erfolgreiches EU-Projekt benötigen. Sie sind Wegweiser und Unterstützer, aber das Projekt und der Antrag müssen von Ihnen und Ihrem Konsortium kommen. Die Kombination aus Ihrer Fachexpertise und der EU-Förder-Expertise der NCPs ist die Erfolgsformel.

Fazit: Nutzen Sie diese kostenlose Ressource

Nationale Kontaktstellen sind eine der wertvollsten und zugleich am wenigsten genutzten Ressourcen im deutschen Innovationssystem. Während viele Organisationen Zehntausende Euro für externe Fördermittelberater ausgeben, stehen mit den NCPs hochqualifizierte Experten kostenlos zur Verfügung. Diese Unterstützung zu nutzen ist nicht nur wirtschaftlich vernünftig, sondern erhöht nachweislich Ihre Erfolgsaussichten bei EU-Anträgen.

Die Zahlen sprechen für sich: Studien zeigen, dass Antragsteller, die NCP-Beratung in Anspruch nehmen, deutlich höhere Bewilligungsquoten haben als solche, die ohne Unterstützung agieren. NCPs kennen die Programme aus jahrelanger Erfahrung, haben Einblick in erfolgreiche Proposals und verstehen die Erwartungen der Europäischen Kommission. Dieses Wissen wird Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt – eine Investition der Bundesregierung in die Stärkung deutscher Beteiligung an EU-Programmen.

Besonders für KMU und kleinere Forschungseinrichtungen, die nicht über eigene EU-Förderabteilungen verfügen, sind NCPs unverzichtbar. Sie senken die Einstiegshürden, demokratisieren den Zugang zu EU-Förderung und stellen sicher, dass auch Erstantragsteller eine realistische Chance haben. In einer Zeit, in der EU-Fördermittel eine immer wichtigere Rolle für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit spielen, ist diese Unterstützung von strategischer Bedeutung.

Die Landschaft der EU-Förderung wird in den kommenden Jahren noch komplexer werden. Mit neuen Programmen, verstärkter Fokussierung auf Green Deal und Digitalisierung, erhöhten Open-Science-Anforderungen und neuen Kooperationsformaten wie den European Partnerships brauchen Antragsteller professionelle Orientierung. NCPs entwickeln ihre Dienstleistungen kontinuierlich weiter, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Unsere klare Empfehlung: Wenn Sie eine EU-Antragstellung planen oder auch nur erwägen, sollte der erste Schritt immer der Kontakt zur relevanten Nationalen Kontaktstelle sein. Diese Investition von Zeit – ein Telefonat, ein Beratungsgespräch – kann über Erfolg oder Misserfolg Ihres gesamten Vorhabens entscheiden. In einer Welt, in der professionelle Beratung meist teuer ist, sind NCPs ein Geschenk, das Sie nicht ausschlagen sollten.

Der Zugang zu den NCPs ist denkbar einfach: Die meisten sind über zentrale Websites wie die des DLR Projektträgers oder über das Portal der EU-Kommission erreichbar. Eine kurze Online-Suche nach „NCP" plus Ihrem Interessensgebiet (z.B. „NCP Horizon Europe Gesundheit" oder „NCP LIFE") führt Sie zu den richtigen Ansprechpartnern. Viele NCPs bieten auch offene Sprechstunden an, in denen Sie ohne Voranmeldung erste Fragen klären können.

Abschließend: EU-Förderung ist eine Chance, aber auch eine Herausforderung. Mit den Nationalen Kontaktstellen haben Sie einen Partner an Ihrer Seite, der Sie durch den Förderdschungel navigiert, Ihr Erfolgspotenzial erhöht und Ihnen hilft, die oft erhebliche Investition von Zeit und Ressourcen in einen EU-Antrag bestmöglich zu nutzen. Nutzen Sie diese Ressource – sie ist kostenlos, professionell und darauf ausgerichtet, Ihren Erfolg zu fördern.

Checkliste: So nutzen Sie NCPs erfolgreich

  • Früher Kontakt: Kontaktieren Sie die relevante NCP mindestens 6 Monate vor geplanter Antragseinreichung, idealerweise bereits in der Konzeptionsphase Ihrer Projektidee.
  • Richtige NCP identifizieren: Recherchieren Sie, welche NCP für Ihr Themengebiet und Programm zuständig ist (z.B. NCP Gesundheit für Health-Cluster in Horizon Europe, NCP LIFE für Umwelt- und Klimaprojekte).
  • Konkrete Vorbereitung: Bereiten Sie Ihr Beratungsgespräch vor mit einer klaren Projektbeschreibung, Angaben zu Ihrer Organisation und spezifischen Fragen.
  • Programmwahl klären: Lassen Sie sich beraten, welches EU-Programm am besten zu Ihrem Projekt, Ihrem TRL und Ihren Zielen passt – oft gibt es mehrere Optionen.
  • Partnersuche nutzen: Nutzen Sie NCP-Partnersuchservices, Brokerage Events und das internationale NCP-Netzwerk für den Aufbau Ihres Konsortiums.
  • Work Programme studieren: Lassen Sie sich von der NCP die mehrjährigen Arbeitsprogramme erklären und planen Sie Ihre Antragsstrategie entsprechend.
  • Ausschreibungsanalyse: Lassen Sie sich helfen, die spezifischen Anforderungen Ihres Ziel-Calls zu verstehen – Scope, erwartete Wirkung, Konsortiumsstruktur, Budget.
  • Proposal Check einreichen: Nutzen Sie das Angebot vieler NCPs, Ihre Projektskizze oder Proposal-Teile gegenlesen zu lassen – planen Sie dafür 2-3 Wochen vor der Deadline ein.
  • Workshops besuchen: Nehmen Sie an NCP-Workshops zur Antragsstellung teil, besonders wenn Sie Erstantragsteller sind.
  • Administrative Hilfe: Fragen Sie bei technischen Problemen mit dem Funding & Tenders Portal, Registrierung oder Einreichungsprozess die NCP.
  • Nach Evaluation: Kontaktieren Sie die NCP nach Erhalt des Evaluationsergebnisses – sowohl bei Erfolg (für Verhandlungstipps) als auch bei Ablehnung (für Resubmission-Strategie).
  • Mehrere Formate nutzen: Kombinieren Sie Website-Informationen, Newsletter-Abonnement, Webinar-Teilnahme und individuelle Beratungsgespräche.
  • Langfristige Beziehung: Bauen Sie eine kontinuierliche Beziehung zur NCP auf – auch über einzelne Anträge hinaus für Ihre EU-Förderstrategie.
  • Vernetzung: Nutzen Sie NCP-Events auch zum Networking mit anderen Antragstellern und potenziellen Partnern.
  • Aktualität prüfen: Abonnieren Sie NCP-Newsletter, um über neue Ausschreibungen, Programmänderungen und Veranstaltungen informiert zu bleiben.
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